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- 13. März 2025
Verstanden habe ich meine Themen. Doch so richtig hilft mir das auch nicht.

Es gibt mittlerweile so viele Möglichkeiten, sich intensiv über Themen jedweder Art zu informieren. Immer neue Podcasts zu psychologischen Themen schießen aus dem Boden. Und während man dem Podcast lauscht, ist es erstmal beruhigend zu hören, es geht anderen auch so. Ich bin nicht allein. Da versteht jemand, mit welchem Problem ich mich rumschlage. Doch reicht das? Ändert es tatsächlich etwas daran, wie Sie in Beziehung zu sich selbst und zu anderen gehen?
Nach nun inzwischen jahrzehntelanger Aus- und Fortbildung, Arbeit an eigenen Themen und gefühlt unendlichem Literaturstudium glaube ich sagen zu können: Nein, es reicht nicht, die Dinge zu wissen oder nur mit jemandem darüber zu reden.
Wann ist Therapie hilfreich und nachhaltig?
Diese Frage haben sich schon viele Menschen gestellt, die im Kontext von Therapie und Therapiewirksamkeitsforschung arbeiten. Ein wichtiger Faktor scheint die Beziehung zu sein, die sich zwischen Klient und Therapeut etabliert. Das scheint plausibel, hängt doch von der Chemie zwischen beiden ab, ob und wie sehr der Klient sich überhaupt öffnen kann.
Mir als Therapeutin ist wichtig alles, was jemand an Befindlichkeiten, Gefühlen, Eigenschaften mitbringt als „normal“ zu betrachten, normal für den Kontext, in dem es entstanden ist. Ich favorisiere in meiner Arbeit Ansätze, die Menschen nicht zu pathologisieren. Stattdessen interessiert mich, warum hat jemand sich so entwickelt, wie er es getan hat? Was waren Beweggründe? Wozu hat es Sinn gemacht genau dieses Verhalten oder diese Gefühle zu zeigen? Neugierde macht einen großen Teil meiner Arbeit aus – und ich möchte auch in Ihnen Neugierde auf sich selber anregen.
Ich glaube wir brauchen voll verkörperte Erfahrungen in der Therapie, um Veränderungen anzustoßen.
Was ich damit meine ist, wir müssen uns trauen, in die unguten Gefühle, von denen wir uns gewöhnlich, ohne es bewusst zu merken ablenken, hinein zu spüren. Nicht so, dass wir von ihnen überflutet werden, sondern so, dass wir mit Unterstützung der Therapeutin, die jederzeit co-regulierend und mit genug Außenperspektive einwirken kann, uns an die unliebsamen Gefühle herantrauen. Wir können Gefühle vermeintlich erfolgreich wegsperren, aber wir können sie nicht ungeschehen machen. Es ist wie der Versuch einen Wasserball unter Wasser zu drücken. Es gelingt für eine Zeit und dann ploppt er wieder hoch. So auch mit unseren Gefühlen. Wir können uns vielfältig ablenken mit Dingen wie Arbeit, Alkohol, Shoppen, Affären, Pornos….und die Gefühle betäuben, doch verschwinden tun sich nicht davon. Irgendwann holt es uns umso schlimmer wieder ein bzw. wenn wir ehrlich sind, merken wir unterschwellig schon die ganze Zeit, dass etwas faul ist.
Mir ist in meiner Arbeit wichtig, Sie darin zu unterstützen wieder Zugang zu Ihren Körperempfindungen und Gefühlen zu bekommen. Das ist für viele von uns sehr schwer. Werden wir häufig auch so sozialisiert uns nicht so anzustellen, nicht so empfindlich zu sein oder nicht so anstrengend zu sein. Wir können perfekt über uns und unsere Situation sprechen, haben alles bis ins Kleinste analysiert. Was uns aber fehlt ist der Zugang nach innen: Wie fühlt sich das, was ich da erlebe eigentlich in meinem Körper an?
Jetzt könnte man sich fragen, wozu das eigentlich wichtig ist, zu wissen, was man im Körper fühlt?
Wenn wir in Kontexten aufwachsen, in denen nicht gut auf uns und unsere Bedürfnisse eingegangen wird, passen wir uns zunächst bestmöglich an diese an, um unsere Zugehörigkeit im System zu sichern. Die Anpassung kann über extremes Gefallen wollen, es allen Recht machen, brav sein – also sog. People Pleaser Verhalten erfolgen oder über extreme Rebellion, Autarkie um jeden Preis.
Beides sind Anpassungsreaktionen. Beide bedienen nicht unser uns innewohnendes Bedürfnis nach echter Verbindung, nach wahrem Kontakt. Wir entscheiden uns nicht bewusst für diese Überlebenszustände, sondern wir werden durch unbewusste Prozesse in sie hineingedrängt. Das ist der Grund, weshalb wir uns auch nicht aus unseren Verhaltensmustern rausdenken oder rausreden können.
Wir brauchen eine gute Mind-Body Connection!
Aus meiner Sicht ist eine gute Mind-Body Connection der einzige Weg nachhaltig Veränderung in sich zu bewirken und ein Leben mehr in Einklang mit sich und seinen Bedürfnissen zu leben.
Wenn Sie neugierig sind und auch daran arbeiten wollen nachhaltig einen besseren Zugang zu Ihren Gefühlen und damit zu Ihren Bedürfnissen zu haben, schreiben Sie mir gerne an
kontakt@paartherapie-badnauheim.de
Ihre Birgit Rolf
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