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- 07. Dezember 2024
Oh mein Gott! Wie überstehe ich überhaupt diese ganzen Feiertage? Die Situation ist ohnehin schon angespannt genug zwischen uns!

Das Jahr neigt sich schon wieder dem Ende zu – man fragt sich, wo die Zeit geblieben ist. Die Fest- und Feiertage stehen vor der Tür und sorgen bei vielen für unterschwelliges Magengrummeln. Wie wird es werden? Halten wir die ganze Zeit miteinander aus? Wir können uns nicht durch die Arbeit oder andere Projekte ablenken….Wird es wieder zu altbekannten Streits in der Großfamilie führen? Was, wenn die Kinder noch ihr übriges tun und sich nur streiten? Alle meine Freundinnen feiern mit ihren Familien – ich bin dieses Jahr mal wieder bei meinen Eltern, die bestimmt wieder Andeutungen machen, wann ich denn endlich auch mal eine Familie gründe...
Meistens braucht es nicht lange, bis die ersten Konflikte ausbrechen. Das ist eine gewaltige Zerreißprobe für die Geduld und Stimmung.
Die nun bevorstehende „Jahreszeit“ ist bestimmt die konflikthafteste im gesamten Jahr. Wir sind zurückgeworfen auf uns, unsere inneren und äußeren Konflikte und Themen – und Ablenkung ist in weite Ferne gerückt. Die Geschäfte und Cafés haben reduzierte Öffnungszeiten, die Straßen sind deutlich ruhiger. Alles konzentriert sich auf die eigenen vier Wände. Und wir atmen merklich auf, wenn Heiligabend inklusive der beiden Weihnachtstage erstmal „geschafft“ sind.
Was Sie konkret tun können, um die Feiertage entspannter anzugehen:
Überlegen Sie sich im Vorfeld, was Weihnachten Ihnen bedeutet. Wie stellen Sie sich das Fest vor? Was wünschen Sie sich für die Feiertage? Lösen Sie sich von den hohen Erwartungen, die allesamt an die Festtage gestellt werden und schaffen Sie sich Ihr ganz eigenes Ritual, was Ihnen entspricht und gefällt – und vielleicht entgegen aller Konventionen ist.
Versuchen Sie die altbekannten „Macken“ und Eigenheiten der Menschen, mit denen Sie zusammen treffen mit Humor zu betrachten. Mindestens 80% der Dinge, die uns triggern, können wir im Vorfeld benennen. Schreiben Sie schon vor Weihnachten eine Liste mit Sätzen und Dingen, von denen Sie ausgehen, dass sie genannt oder getan werden. Sehen Sie es als eine Art „Bullshit-Bingo“ und kreuzen Sie innerlich an, wenn Aussagen fallen, von denen Sie schon im Vorhinein wussten, dass Sie fallen werden und dass Sie sie nerven werden.
Wenn Sie noch einen Schritt weitergehen wollen, fragen Sie sich, bei welchen Themen Sie sich angegriffen fühlen und was in dem Moment in Ihnen getriggert wird.
Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie schätzen an dem Weihnachtsritual und an den Menschen, mit denen Sie es begehen. Welches Bild taucht in Ihnen auf, wenn Sie an das denken, was Sie schätzen? Rufen Sie in akuten Stressituationen das wohltuende Bild vor Ihr inneres Auge. Versuchen Sie sich zu „grounden“, wie Sie es vielleicht aus Achtsamkeitspraktiken kennen: Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Füße am Boden, spüren Sie die Sitzfläche Ihres Stuhles, atmen Sie tief ein und aus, seufzen Sie.
Vermeiden Sie an Weihnachten Konfliktgespräche zu führen. Vertagen Sie Themen, die Sie noch besprechen müssen auf das neue Jahr.
Planen sie konkrete Zeitfenster ein mit Dingen, die Ihnen gut tun und die Sie entspannen.
Und wenn es ganz schlimm wird, dann flüchten Sie in Gedanken immer mal wieder an Ihren Lieblingsort und versuchen Sie sich mit all Ihren Sinnen dorthin zu beamen. Wie riecht es dort? Wie sieht es dort aus? Welche Geräusche nehmen Sie dort wahr? Was fühlen Sie auf der Haut, wenn Sie an diesem Ort sind?
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gutes Durchalten, den ein oder anderen schönen Moment und einen gesunden Start ins Neue Jahr!
Ihre
Birgit Rolf
Sollten sich größere Konflikte anbahnen, die Sie gerne mit einer neutralen Person professionell besprechen möchten, melden Sie sich gerne unter
kontakt@paartherapie-badnauheim.de. Ich unterstütze Sie gerne.
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